Aus den Erfahrungen der Vergangenheit wurde ein neues Reglement geschaffen, das neben der Verbesserung der Sicherheit auch den Wettbewerb untereinander neu entfachen sollte. Manche Änderungen der Vergangenheit haben sich bewährt und andere mussten angepasst werden, es wurde Zeit, das Bestehende einer intensiven Prüfung zu unterziehen. Im Gegensatz zu den letzten Regeländerungen, bei denen die Basis das Reglement der Gruppe A gewesen ist, galt jetzt das Super-2000-Regelwerk als Grundlage.

Näher an der Serie

Ein wichtiger Punkt war eine größere technische Nähe zu den Serien-Fahrzeugen, hier gab es in der Vergangenheit zu viele exotische Lösungen, die sich so mancher Hersteller einfallen ließ, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Der Hubraum wurde von zwei Liter auf 1,6 reduziert, auch der Ladedruck des Turboladers wurde begrenzt. Durch die Begrenzung auf 2,5 Bar reduzierte sich das maximale Drehmoment auf 400 Newtonmeter. Dem Luftmengenbegrenzer widerfuhr nur eine minimale Veränderung, für ihn galt ab sofort ein maximaler Durchschnitt von 33 Millimetern, vorher waren es 34 gewesen.

Der Fahrer steht im Mittelpunkt

Um das fahrerische Geschick wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, wurde das sequenzielle Getriebe mit seinen am Lenkrad angebrachten Schaltwippen abgeschafft. Es kehrte somit 2011 der gute alte mechanische Gangwechsel zurück, der über den Schaltknüppel in der Mittelkonsole zu absolvieren war. Der Erfolg dieser Umstellung zerstreute die Sicherheitsbedenken sehr schnell, denn viele hatten befürchtet, dass es zu mehr Unfällen kommen könnte, wenn der Fahrer zum Gangwechsel eine Hand vom Lenkrad nehmen muss. Wie im normalen Straßenverkehr auch, führt dies nicht zu einem erhöhten Unfallrisiko.

Mehr Mechanik statt Elektronik

Es wurden ebenso sämtliche elektronischen Fahrhilfen verboten und das Differenzial musste ab sofort rein mechanisch sein. Die Fahrzeuge durften nicht mehr wie ferngesteuert aus der Box bewegt werden, der Fahrer wurde wieder eine zentrale Komponente im System. Zu viel Technik hat dem Sport geschadet. Die Rückkehr zu mehr Mechanik und ein von Menschenhand gesteuertes Fahrzeug wurden von allen Seiten gefordert. Dem wurde mit dem Reglement von 2011 Rechnung getragen. Es hat seine Gültigkeit bis heute behalten.

Unterschied von zehn Zentimetern

Die Maße eines „World Rally Car“ (WRC) sind dem des Serien-Fahrzeuges sehr ähnlich. In der Breite darf ein WRC um maximal zehn Zentimeter breiter sein, diese zehn Zentimeter nutzen die Hersteller zur Kotflügelverbreiterung aus, dadurch ergibt sich eine bessere Aerodynamik und Traktion. Die Federbeine sind ebenso standardisiert und lassen je nach Untergrund eine unterschiedliche Bodenfreiheit zu. Alles in allem wurde das Regelwerk deutlich spezifischer und hat die Fahrzeuge nahezu identisch gemacht, die ein oder andere unterschiedliche Regelauslegung gibt es zwar immer noch, doch der Wechsel hin zum fahrerorientiertem Sport ist seit 2011 vollzogen.

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